Bürgerhaus und Kinderkrippe in Obersöchering
im Passivhausstandard

Bauherr Gemeinde Obersöchering
vertr. d. H. 1. Bgmst. Kennerknecht
Egenrieder Weg 2
82395 Obersöchering
Tel.: 08847/211
Architekten PSA   Pfletscher und Steffan
Neureutherstraße 14
80799 München
Tel.: 089/2781753-0
Planungszeit 09/2011 – 06/2012
LPH 1 – 9
Bauzeit 07/2012 – 04/2013
Baukosten KG 300 + 400: 1,23 Mio. Euro
KG 200 – 700: 1,47 Mio. Euro
BGF 413,5 m²

Einbindung in die örtliche Situation

Der Neubau wird am östlchen Rand der Gemeinde Obersöchering auf einem bereits für den Gemeinbedarf (Kindergarten und Vereinsheim) genutzten Grundstück errichtet. Die vorhandene, das Ortsbild prägende, offene Bauweise wird beibehalten. Um das Gebäude errichten zu können, wird ein bestehendes eingeschossiges, teilunterkellertes Gebäude abgebrochen. Die Verkehrserschliessung erfolgt über die Gemeindestraße am Sportanger. Parkierungsmöglichkeiten am und in der Nähe des Neubaues für Nutzer und Besucher sind ausreichend vorhanden.

Funktion und Gestalt

Das neue Kinderhaus ist als zweigeschossiges, vollständig unterkellertes Gebäude geplant. Die Gebäudeform, längsrechteckiger 2-geschossiger Baukörper mit Satteldach ist von traditionellen Hausformen in der Ortschaft abgeleitet.

Im Kellergeschoss befinden sich die Heizungsanlage, ein Lagerraum und Umkleiden für den Sportverein. An den Neubau angebaut wird ein Bunker für Hackschnitzel zur Versorgung der Heizanlage.
Im Erdgeschoss sind barrierefrei erschlossen die Räume der Kinderkrippe mit eigenem Empfangsbereich der auch von den Eltern genutzt werden kann angeordnet.
Im Obergeschoss befinden sich die Räume für das Personal, Serviceräume sowie Bewegungs- und Bastelräume für den in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Kindergarten.

Konstruktion und Materialität

Einfache Stahlbeton- und Mauerwerkkonstruktion mit geringen Spannweiten im Kellergeschoss.
Die Außenwände des Kellergeschosses und die anschliessenden Bauteile sind aufgrund des Untergrundes und der damit verbundenen Grundwassersituation wasserdicht, als sog. Weiße Wanne auszuführen. Die Anschlüsse an Bauteile neben dem Keller sind ebenfalls wasserdicht z.B. mit Fugenbändern auszuführen.
Um das Gebäude ist eine Drainage zu führen, die in das nahegelegene Moos frei abgeleitet wird.
Erd- und Obergeschoss werden in hochwärmegedämmter zweilagiger Holzrahmenbauweise errichtet.
Der Dachstuhl wird als klassischer Pfettendachstuhl gebaut.
Alle tragenden Bauteile und die das Treppenhaus flankierenden Wände werden in feuerhemmender Bauart errichtet.
Zwischen den von den Kindern genutzten Räumen im Erd- und Obergeschoss werden die Unterdecken mit erhöhtem Schallschutz ausgebildet.
Die äußere Verkleidung des Erdgeschosses wird mit hellen Faserzementplatten ausgeführt.
Die Verkleidung der Außenwände des Obergeschosses erfolgt mit einer Holzschalung (z.B. Lärche) als Wetterschutz.
Fenster als Holz-Aluminiumkonstruktion mit dreifach Verglasung im Erdgeschoss. Die Fenster im Obergeschoss werden als reine Holzkonstruktion ( z.B. Lärche) analoger Bauart errichtet.
Der Sonnenschutz im Erdgeschoss sind Lamellenraffstores und im Obergeschoss vorgesetzte Schiebeläden, manuell bedienbar, mit horizontalen Lamellen.

 Das Dach erhält eine Ziegeldeckung: Anschlüsse an den Dachrändern und an aufgehende Bauteile erfolgen analog zum Gebäudebestand mit Kupferblech. Gleiches gilt für die Dachentwässerung. Ableitung des Regenwassers in einen bestehenden Kontrollschacht auf der Nordseite des Neubaues.

Tragende und nichttragende Wände als Holzkonstruktion in Teilen mit innerer Holzverkleidung.

Energiestandard und Versorgung

Der Neubau ist als Niedrigstenergiegebäude, das den Passivhausstandard erfüllt geplant. Die Ausbildung (Aufbau) der einzelnen Bauteile wird entsprechend optimiert ausgeführt.

Eine weitgehende Versorgung mit regenerativen Energieträgern – unter Einbeziehung der benachbarten Gebäude im Gemeindeeigentum (Kindergarten,Vereinsräume und Sporthalle) – in Form einer Holzhachkschnitzelheizung ist vorgesehen.