Umbau und Erweiterung Bürgerheim Dingolfing
Altenheim, Altenservicezentrum, Tagespflege, Betreutes Wohnen

Auftraggeber Stadt Dingolfing und Obere Spitalstiftung
vertreten durch Herrn Stadtbaumeister Horst Ammer
Dr.-Josef-Hastreiter-Straße 2
D – 84130 Dingolfing
Tel. 08731 – 501-343
Architekt Pfletscher und Schneller
Planungs- und Bauzeiten

Wettbewerb Oktober 1994
Überarbeitung Januar 1995
Baubeginn April 1997
Fertigstellung September 2001
Bauen in 3 Bauabschnitten

Kosten KG 300 + 400: 10,3 Mio. Euro
Leistungsumfang Leistungsphasen 2 – 7
Leistungsphase 8 Oberleitung

Stadträumliche Entwicklung und kontextuelle Einbindung

Das Grundstück des Bürgerheimes liegt an der Nahtstelle zwischen geschlossen bebauter Altstadt und den unterschiedlich dicht bebauten vorstädtischen Quartieren.

Bedingt durch seine Geschichte, die topographische Situation und die sehr unterschiedlichen funktionalen Anforderungen ist das Bürgerheim ein vielgestaltiges Ensemble unterschiedlicher Baukörper, das den südöstlichen Rand des historischen Stadtkörpers von Dingolfing arrondiert.

Die gesamte Baumaßnahme besteht zu etwa zwei Dritteln aus einem Neubau- und zu etwa einem Drittel aus einem Umbauteil. Für die Neubauten wurden mehrere bestehende Gebäude abgerissen.

Das Altenheim ist (unter Einbeziehung des Bestandes) nicht als auf sich bezogenes Objekt entworfen, sondern vielmehr Stadtraum bildend in den baulichen Kontext integriert. Die Wohnfunktion im Innenstadtbereich wird gestärkt und das Bürgerheim kann als ein Beitrag zur Stadtreparatur angesehen werden.

Als ein Teil der Bebauung entlang der stadträumlich und verkehrstechnisch wichtigen Achse Bruckstraße, Marienplatz und Zinnbauer-Straße definiert das Bürgerheim das Rückgrat der Innenstadt von Dingolfing mit.

Der Verlauf des mittelalterlichen Stadtrandes wurde entlang der Zinnbauer-Straße schon frühzeitig auf ca. achtzig Meter Breite korrigiert und es entstand ein neuer, platzartiger, innerstädtischer Freiraum. Dieser Freiraum wird vom Bürgerheim im Süden sowie der geplanten Neubebauung mit Wohn- und Geschäftshäusern im Norden flankiert und auf seiner Ostseite durch die dominante Baumasse von neuem Rathaus und Stadthalle abgeschlossen.

Der Neubauteil ergänzt das bestehende Altenheim funktional, und vermittelt durch Lage und Größe zwischen den unterschiedlichen Maßstäben der Gebäude in der Altstadt und den in den letzten Jahrzehnten sukzessiv entstandenen Gebäuden an der Zinnbauer-Straße. Auf diese Weise werden die beiden bisher isolierten städtebaulichen Strukturen (geschlossene und offene Bebauung) miteinander vernetzt und es entsteht ein enger räumlicher Zusammenhang zwischen Altstadt und Bürgerheim.

In Verbindung mit den Neubauten an der Kirchgasse wird der Rand des historischen Stadtkörpers übernommen und baulich neu interpretiert. Die Kleinteiligkeit dieser Neubauten und ihre topographisch bedingte Staffelung entspricht im wesentlichen der einfachen Parzellenstruktur der Vorgängerbauten.

Baukörper und Gestalt

Entsprechend seiner Funktion und seiner Entstehungsgeschichte ist das erweiterte Bürgerheim ein Ensemble verschiedener Baukörper. Gestalt und Gestaltung sind jedoch aufeinander abgestimmt und ergeben ein geschlossenes Erscheinungsbild.

Das Volumen der Neubauten nimmt vorhandene Gebäudemaßstäbe auf und fügt sich auf diese Art und Weise in die unmittelbare bauliche Umgebung ein. Der neue Längstrakt an der Zinnbauer-Straße dient als vermittelndes Element zwischen dem das gesamte Ensemble dominierenden konvexen Mittelbau im Norden und der kleinteiligen Bebauung an der Kirchgasse im Westen. Durch seine Lage und seine Dimension verbindet er die unterschiedlich großen Bauten zu einem harmonischen Ganzen.

Die innere Organisation findet ihren Ausdruck in der Gestaltung der Baukörper. Die einfachen Lochfassaden spiegeln die Wohnnutzung wider und treten in Kontrast zu Eingangs- und Aufenthaltsbereichen, deren Glasfassaden die Verbindung von Aussen- und Innenraum gewährleisten. Abwechlungsreiche Aufenthalts- und Bewegungszonen im Gebäude, mit hellen und freundlich gestalteten Räumen schaffen eine wohnliche und heitere Atmosphäre und bieten den Bewohnern differenzierte Raumerlabnisse.